Lieferengpass bei HYDROCORTISON-POS N 1 %: Das sind die Ursachen für die aktuelle Knappheit des Arzneimittels
Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am 17.04.2025 mitteilte, gibt es aktuell auch beim Arzneimittel HYDROCORTISON-POS N 1 % Lieferengpässe. Wieso es derzeit zu Einschränkungen kommt und wofür das Medikament gebraucht wird, erfahren Sie hier im Artikel.
Lieferengpässe bei Medikamenten sind in Deutschland zwar kein neues Phänomen, doch in letzter Zeit hat sich die Versorgungssituation weiter verschärft. Immer mehr Patienten sehen sich gezwungen, auf lebenswichtige Medikamente zu verzichten oder auf alternative Therapieformen umzusteigen. Das gilt aktuell auch für HYDROCORTISON-POS N 1 %.
Probleme in der Produktion bei HYDROCORTISON-POS N 1 %
Die Meldung bezüglich des Lieferengpasses für das Medikament der Firma URSAPHARM Arzneimittel GmbH gilt derzeit für den Zeitraum vom 17.04.2025 bis zum 31.07.2025. Ob das Medikament eine besondere Relevanz für Krankenhäuser besitzt, ist derzeit nicht bekannt. Ein alternativ wirkendes Präparat für HYDROCORTISON POS® N 1% wurde vom Bundesinstitut nicht vorgeschlagen. In jedem Fall kann es aber von Nutzen sein, in der Apotheke nach Alternativen zu suchen. Zu beachten ist hier in jedem Fall: Auf die Suche nach Alternativen im Ausland sollte verzichtet werden.
Lieferengpässe bei Medikamenten können durch verschiedene Faktoren entstehen. Eine wichtige Ursache sind die Produktion und Verfügbarkeit von Rohstoffen, aus denen die Arzneimittel hergestellt werden. Wenn es hier Defizite gibt, kann es zu einer Unterbrechung in der Lieferkette kommen. Im vorliegenden Fall sind für die derzeitige Knappheit des Medikaments nach Angaben des BfArM Produktionsprobleme verantwortlich, wobei als Detail “Probleme bei der Endfreigabe” angegeben wird. Weitere Details gab das Bundesinstitut dazu nicht bekannt.
HYDROCORTISON-POS N 1 %: Die Details zum Medikament
Bei HYDROCORTISON POS® N 1% handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das vor allem wegen seines Wirkstoffes Hydrocortisonacetat (Ph.Eur.) von Bedeutung ist.
Das Arzneimittel wird beispielsweise bei folgenden Diagnosen verschrieben:
- Blepharitis
- Entzündung des Augenlides, nicht näher bezeichnet
- Sonstige näher bezeichnete Viruskrankheiten
- Nichtinfektiöse Dermatosen des Augenlides
- Keratitis, nicht näher bezeichnet
- Konjunktivitis, nicht näher bezeichnet
- Akute allergische Konjunktivitis
Zum Medikament und seiner Anwendung kann entsprechend zusammengefasst werden:
- Das Arzneimittel ist ein entzündungshemmendes Augenarzneimittel (Glukokortikoid).
- Das Präparat wird angewendet bei allergischen und nicht infektiösen entzündlichen Erkrankungen der Bindehaut, der Hornhaut, der Lederhaut, der Regenbogenhaut, des Ziliarkörpers und der Augenlider (z. B. Lidrandentzündung).
- Wenn Sie sich nach 3 – 5 Tagen nicht besser oder gar schlechter fühlen, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
| Medikament | HYDROCORTISON-POS N 1 % |
|---|---|
| Hersteller | URSAPHARM Arzneimittel GmbH |
| PZN | 04806958 |
| Wirkstoff | Hydrocortisonacetat (Ph.Eur.) |
| Gültigkeitszeitraum | 17.04.2025 bis 31.07.2025 |
| relevant im Krankenhaus | nein |
| Alternativpräparat | keine Angaben |
| Begründung für den Lieferengpass | Probleme bei der Endfreigabe |
(Stand der Meldung: 17.04.2025)
Wann ist das Medikament wieder verfügbar?
Die Möglichkeit einer Verlängerung des Geltungszeitraums besteht im Fall HYDROCORTISON-POS N 1 % aufgrund des anhaltenden Engpasses.
Derzeit sind die Apotheken stark gefordert und müssen clever auf die vorhandenen Engpässe reagieren. In bestimmten Fällen können sie beispielsweise von der vorgegebenen Packungsgröße abweichen oder Alternativen bereitstellen. Obwohl dies derzeit gut funktioniert, ist das jedoch langfristig keine Lösung. Immer wieder gibt es Vorschläge, um die Lieferengpässe bei Arzneimitteln zu reduzieren. Das im Juli 2023 in Kraft getretene “Gesetz zur Bekämpfung von Lieferengpässen bei Arzneimitteln und zur Verbesserung der Versorgung” hat das Ziel, Abhilfe zu schaffen. Laut der offiziellen Website des Bundesgesundheitsministeriums zielt es darauf ab, die Produktion von Medikamenten vermehrt in Europa anzusiedeln, um die Herausforderung der Lieferengpässe anzugehen und die Vielfalt der Anbieter zu erhöhen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Text wurde auf der Basis von aktuellen Daten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstellt.+++ +++
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apomio-Redaktion
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